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Echeveria – schön aber anspruchsvoll

Eine Collage aus einer Echeveria, Graptoveria und Graptopetalum.

Hallo zusammen! In meinem letzten Blog habe ich kurz erwähnt, dass meine Lieblingsfamilie bei Sukkulenten inzwischen von ehemals Echeverien zu Euphorbien gewandert ist.

Zwei ganz unterschiedliche Familien mit anderen Ansprüchen und ganz unterschiedlicher Optik. Die beiden Familien haben abgesehen von ihrer Sukkulenz auch nichts gemein.

Aber einen Schritt zurück: Warum ist meine Sammlung an Echeverien so geschrumpft?

Echeverien – wie große Blüten

Damals, als sich meine Sammlung allmählich aufgebaut hat, waren Echeverien meine Lieblingspflanzen. Ich war immer, und bin noch immer fasziniert von den schönen Blättern und der Wuchsform vieler Arten.

Eine Echeveria "painted frills", die im Sommer auf einem Balkon steht. Die Blätter haben eine intensive Färbung.
Echeveria „painted frills“ – schöne dunkle Färbung
Eine Dudlyveria "white sprite" - Kreuzung aus Echeveria und Dudleya.
Eine Dudlyveria „white sprite“ – Kreuzung aus Echeveria und Dudleya.

Zu Hochzeiten hatte ich vermutlich um die 15 verschiedenen Arten von Echeverien, darunter auch viele Kreuzungen. Die Gattung ist sehr umfangreich, wenn man die ganzen Variationen und Kreuzung betrachtet:

  • Echeveria – bekannteste Vertreter der Gattung
  • Graptopetalum – eng verwandt
  • Dudleya – ebenfalls eng verwandt, in Deutschland selten
  • x Graptoveria – Kreuzung aus Graptopetalum und Echeveria
  • x Sedeveria – Kreuzung aus Sedum und Echeveria
  • x Dudlyveria – Kreuzung aus Dudleya und Echeveria
  • x Pachyveria – Kreuzung aus Pachyphytum und Echeveria

Artenvielfalt bei Echeverien

Wie ihr in der Liste seht gibt es nicht nur „die Echeveria“. Selbst nach Jahren habe ich immer noch neue Arten und Kreuzungen aus der Gattung entdeckt, die ich noch nicht kannte. Das liegt mit daran, dass die Arten alle sehr kreuzungsfreudig sind.

Neuer Wuchs an einer Graptoveria "kew marble"
Graptoveria „kew marble“
Eine Echeveria coccinea "recurvata" - ungewöhnlich hohe Wuchsform und gerollte Blätter.
Eine Echeveria coccinea „recurvata“

Sedum und Pachyphytums sind eine ganz andere Gattung innerhalb der Familie, aber genetisch noch so nah verwandt, dass sie sich kreuzen lassen. Das ist ein echt spannendes Thema, wo ich bisher aber noch keine Zeit investiert habe.

Aber selbst wenn man sich nur die verschiedenen Arten von Echeverien ansieht, so sieht man verschiedenste Wuchsformen, Blattformen und besonders Farben. Genau das hat auch einen Großteil meiner Faszination ausgemacht – die optische Vielfalt.

Pflegefehler werden nur bedingt verziehen

Es ist tragisch, aber von all den schönen Arten die ihr noch aus meinen alten Blogs kennt hat kaum eine die Zeit überdauert. Die Pflanzen sind leider fragiler als andere Sukkulenten und sind ganz schnell so stark geschädigt, dass sie nicht mehr zu retten sind.

Das häufigste Problem, womit ich gekämpft habe – Fäulnis. Damit ist leider wirklich nicht zu spaßen. Bei einer Echeveria breitet sich Fäulnis meistens vom Stamm aus und hat in Windeseile die Blätter erreicht. Sobald aber der Stamm schon gefault hat, ist es mit der Pflanze eigentlich vorbei.

Schon beim Gießen muss man bei Echeverien sehr vorsichtig sein. Es gibt viele Sukkulenten, die man einfach von oben zwischen die Blätter gießen kann – das gilt leider nicht für Echeverien. Hier besteht immer die Gefahr, dass das Wasser nicht abläuft und sich Fäulnis entwickelt. Gleiches Problem betrifft leider auch den Stamm. Generell mögen die Pflanzen eher mehr Wasser, aber eben auch nicht zu viel.

Ein weiteres Problem waren Blatt- oder Wollläuse. Bei Aloen oder Euphorbien bekommt man die Läuse recht einfach in den Griff, aber bei Echeverien ist es schwierig. Dadurch, dass sie so viele einzelne Blätter haben gibt es auch zig Verstecke und Winkel, an die man mit dem Spray nicht gelangt. Zudem macht man mit Sprays, oder auch Wasser, die oberste Schicht der Blätter kaputt. Bei manchen Arten ist diese mit einem leichten Puder oder Härchen bedeckt, die durch Flüssigkeit beschädigt werden.

Echevia retten – mit Stecklingen oder Blattstecklingen

Wenn es dann leider mal so weit ist, dass die Pflanze entweder durch Wollläuse oder Fäulnis beschädigt ist, lohnt sich meistens ein radikaler Rückschnitt. Wenn ihr die Fäulnis rechtzeitig entdeckt könnt ihr noch einen Steckling schneiden, heißt den Stamm trennen. Kommt die Fäulnis von unten müsst könnt ihr einen Kopfsteckling schneiden. Diese lassen sich recht einfach neubewurzeln.

Echeveria black prince, bei der ein Kopfsteckling geschnitten wurde.
Echeveria „black prince“ – hier war ein Rückschnitt nötig, da die Pflanze vergeilt war.

Ist der Stamm bereits zu weit geschädigt könnt ihr eventuell noch Blattstecklinge „retten“, also gesunde Blätter. Die Vermehrung über Blattstecklinge ist aber auch nicht ganz einfach und man hat oft geringe Erfolgsraten.

Ich habe für mich dann irgendwann entschieden, dass Echeverien nicht mehr zu mir passen. Es ist immer wieder ein schlimmer Anblick, wenn man eine Pflanze aufgeben muss. Darum bewundere ich all die fleißigen Echeverien-Sammler, die es so toll hinbekommen.

Der eiserne Kern – meine Graptopetalums

Tatsächlich habe ich noch ein paar Überlebende aus der großen „Familie“ der Echeverien – in dem Fall sind es Pflanzen der Gattung Graptopetalum. Die scheinen bei mir einen größeren Überlebenswillen zu haben.

Ich habe mir damals 4 Stecklinge eines Graptopetalums paraguaense cv. bernalense bestellt und sie bewurzelt. Das ist nun etwa 3 Jahre her. Inzwischen ist die Pflanze so groß geworden, dass ich sie ganzjährig auf dem Balkon halte. Ja, sie hat tatsächlich schon zwei Winter auf meinem Balkon überlegt, trotz Schnee und Eis!

Ein Graptopetalum paraguaense cv. bernalense.
Graptopetalum paraguaense cv. bernalense – so sah sie 2017 aus
Blüten bei einem Graptopetalum bernalense.
Heute: Im Sommer ein Blütenmeer

Diese Art ist so einfach zu vermehren und blüht auch immer kräftig im Sommer. So stellt man es sich vor… sie wachsen und gedeihen von alleine, ohne dass man ständig dafür arbeiten müsste.


Aber wie es so ist: Die Interessen verschieben sich auch mal, und das ist kein Problem. Zum Glück gibt es viele andere spannende Familien, denen man sich auch hingeben kann :).

Viele Grüße
EUPHORBEAR